Mobilfunkdiscounter
Ein wahrer Dschungel an Mobilfunkdiscountern hat sich entwickelt, der schwer zu durchschauen ist. Bares Geld gespart werden kann hier in jedem Fall, Abstriche im Service müssen dafür aber in Kauf genommen werden. Auch benötigt man einige Zeit, um den am besten geeigneten Anbieter ausfindig zu machen.
Alles klar, blau und simply?
Die meisten Mobilfunkdiscounter sind keine eigenständigen Firmen, sondern Tochterunternehmen bereits auf dem Markt etablierter (Mobilfunk)Anbieter. Tchibo gehört zu den Unternehmen, die sich dem Telefonieren zum Discountpreis gewidmet haben. Die E-Plus-Tochter Simyo gilt als Vorreiter auf diesem Gebiet. Simply, Blau, Klarmobil, Base und Easymobile reihen ihre Angebote nahtlos an bereits bestehende Konzepte. Auch Supermärkte wie Penny, Lidl und Aldi haben inzwischen eigene Handyangebote im Sortiment.
No Frills! No Skills?
Es gibt einen handfesten Grund, warum die Tarife der Discounter unter den herkömmlichen Preisen liegen. Dem No Frills Konzept folgend, wird auf subventionierte Handys und jegliche kostenlose Serviceleistung seitens der Anbieter verzichtet. Zwar kann man sich sicher sein, dass keine verdeckten Kosten innerhalb des Tarifes auf den Verbraucher zukommen, aber nette Extras stehen auch nicht auf dem Programm. Das schicke Handy für einen Euro, das man von den bekannten Verträgen mit einer Laufzeit von 24 Monaten kennt, fällt weg.
Im Normalfall wird mit der SIM-Karte des Mobilfunkanbieters gar kein Telefon geliefert. Allerdings kann man sich sein Handy für ca. 50 Euro aufwärts im Internetshop gleich mitbestellen. Das Internet ist die wichtigste, oft einzige Plattform, die zum Abschluss eines Discounthandyvertrages zur Verfügung steht. Gibt es Servicerufnummern, über die bestellt werden kann, sind sie kostenpflichtig oder der Anruf wird als Extra verrechnet. Auch Rechnungen werden meist online verschickt. In Papierform werden sie häufig nur mit Zusatzkosten geliefert.
Pre-paid, Post-paid, Flatrate, mit oder ohne Vertrag?
Die Zeiten der hohen Grundgebühren, der langen Laufzeiten und des monatlichen Mindestumsatzes beim mobilen Telefonieren könnten mit den Discountern der Vergangenheit angehören. Grundsätzlich werden folgende bekannte Optionen zum kleinen Tarif und minimaler Serviceleisung angeboten.
Prepaid ist eine Möglichkeit mobil zu telefonieren. Es wird kein dauerhafter Vertrag unterschrieben, keine monatliche Rechnung flattert in den analogen oder digitalen Briefkasten. Wenn das Guthaben erschöpft ist, muss Nachschub gekauft werden und über eine Servicerufnummer oder das Internet aufgeladen werden. Allerdings gibt es bei einzelnen Anbietern inzwischen auch die Möglichkeit, sein Guthaben per Online-Funktion nicht unter eine bestimmte Summe fallen zu lassen.
Bei Postpaid wird nicht vor dem Telefonieren bezahlt, sondern per Rechnung. Ein Vorteil ist, dass das Guthaben nicht mitten im Gespräch aufgebraucht ist.
Schließt man einen Vertrag für sein Mobiltelefon ab, kann man noch ein paar Cent günstiger telefonieren und SMS verschicken. Denn Auch wenn Grundgebühr und Mindestumsatz wegfallen, gibt es eine Mindestlaufzeit, in der der Anbieter hoffen darf, auf seine Kosten zu kommen.
Bei einer Flatrate wird ein monatlich fester Betrag bezahlt, für den unbestimmt lange telefoniert werden kann. Allerdings gilt es hier, Vorsicht walten zu lassen, denn nicht immer sind alle Mobilfunknetze inklusive (↗ Handy-Flatrates).
Fazit
Sparen lässt es sich mit den Billigtarifen, das steht außer Frage. Ist man ohnehin viel online unterwegs und betrachtet Einkaufsberatung als Zumutung, dann ist man mit den Discountern richtig beraten. Wer allerdings auf menschliche Ansprechpartner und Hilfestellung bei technischen Problemen in realer Umgebung Wert legt, der sollte sich den Wechsel zum Discounter gut überlegen.
