Handytarife im Überblick

Das Angebot an Handytarifen ist sehr unübersichtlich geworden. Die großen Telefongesellschaften haben ständig neue Aktionen im Angebot, und auch die Billiganbieter – die oft nur Töchter der großen Gesellschaften sind – bieten die unterschiedlichsten Lösungen an. Grundsätzlich zu unterscheiden sind Prepaid- und Postpaid-Tarife.

Prepaid

Prepaid steht für im Vorab bezahlte Leistungen wie Telefonminuten, SMS oder elektronische Post. Besonders geeignet ist die Wahl eines solchen Tarifs für Wenigtelefonierer und Personen, die lediglich erreichbar sein wollen. Ausserdem sind sie die erste Wahl für Kinder, bei denen die Eltern die Kostenkontrolle behalten wollen (es gibt andere Möglichkeiten, aber dies ist die einfachste und am häufigsten gewählte) und Personen, die trotz finanzieller Einschränkungen mobil telefonieren wollen. Aufgeladen werden können solche Handys mit nahezu überall erhältlichen Karten, deren Wert bei Einbuchen über eine bestimmte Nummer gutgeschrieben wird. Sonderangebote wie “30 Euro bezahlen, Telefonieren für 50″ nehmen auch in diesem Bereich zu.

Nachteile dieser Form des Tarifs sind häufig ungünstigere Gesprächs- und SMS-Kosten sowie ein weit höherer Handypreis. Außerdem können nicht alle Prepaid-Handys im Ausland genutzt werden. Hier gilt es, die eigenen Ansprüche zu analysieren und ggf. doch einen Postpaid-Handyvertrag zu wählen.

Postpaid

Postpaid-Tarife erhält man bei Abschluss eines Handyvertrags, der in der Regel mit einer Anfrage bei der Schufa einher geht. Wer nicht weiß, ob er dort wegen möglicher Zahlungsrückstände verzeichnet ist, kann eine Selbstauskunft anfordern. Man zahlt bei einem Postpaid-Vertrag am Monatsende. Die Grundgebühr kann bei vielen Verträgen ebenfalls “vertelefoniert” werden (gilt jedoch oft nicht für SMS, MMS etc.) und heißt dann Mindestumsatz. In Deutschland ist eine Mindestvertragslaufzeit von 24 Monaten die Regel. Zum Ende der Vertragslaufzeit muss der Kunde kündigen, sonst läuft der Vertrag weiter (wie bei einem Abonnement). Die Preise für die verschiedenen Leistungen sind im Allgemeinen günstiger als bei Prepaid-Tarifen.

Tarife für Wenigtelefonierer

Bei sogenannten “Einsteiger”-Tarifen wird oft nur eine niedrige oder gar keine monatliche Grundgebühr fällig. Dafür sind die Gesprächsgebühren noch recht hoch. Vorsicht auch bei Roaming-Gebühren, also den Kosten, die bei Gesprächen anfallen, wenn man sich im Ausland befindet und von dort aus telefoniert oder von dort aus angerufen wird. Hier ist soeben auf EU-Ebene eine neue Regelung verabschiedet worden, die eine Höchstgrenze für solche Gebühren festlegt, also “deckelt” (↗ Luxusdienst Auslandsgespräch). Doch selbst jetzt kann Telefonieren aus dem Urlaub teuer werden. Es gilt wie immer, sich im Vorab über die Konditionen seines Vertrags in Kombination mit dem Urlaubsland zu informieren. Das Einbuchen bei einem vorab gewählten billigeren Anbieter im Urlaubsland kann große Einsparungen bieten.

Tarife für Vieltelefonierer

Vieltelefonierer- und sogenannte Profi-Tarife haben eine höhere monatliche Grundgebühr, bieten jedoch günstigere Gesprächsgebühren.

Flatrate-Angebote sind zumeist sehr verlockend, doch gerade hier gilt zu bedenken, was tatsächlich benötigt wird. Wer schafft es beispielsweise, jeden Monat tatsächlich 1000 Minuten zu vertelefonieren? Im Zweifel ist es angebracht, das eigene Telefonverhalten für ein, zwei Monate genau zu beobachten, bevor man sich auf eine solche Paketlösung festlegt. Man sollte darauf bestehen, dass das Vertragsende durch die nachträgliche Wahl eines solchen, persönlich günstigeren Tarifs nicht die Mindestvertragslaufzeit verändert. Für die meisten Anbieter ist das selbstverständlich, jedoch nicht für alle.

Internet, Musik und Filme

Für Personen mit speziellen Interessen (Musik laden, im Internet surfen, E-Mails lesen und verschicken etc.) sind Paketlösungen zu erwägen. Hierbei zahlt man zum Beispiel für eine bestimmte Menge an Daten, die übertragen werden, SMS, die gesendet werden können, Filme oder Musiktitel, die monatlich geladen werden können oder für eine feste oder unbegrenzte Zahl an Gesprächsminuten. Zu beachten ist, dass man bei solchen Paketen einen festen Preis bezahlt, ob man die Leistungen nun tatsächlich in Anspruch nimmt, oder nicht. Leistungen, die über die vereinbarte Menge hinausgehen, sind übrigens oft unverhältnismäßig teuer.

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