BenQ Mobile (Siemens)

BenQ ist ein taiwanesischer High-Tech Hersteller, der weltweit 13.000 Mitarbeiter beschäftigt und durch Übernahme der Handysparte der Siemens AG im Jahr 2005 der weltweit sechstgrößte Markenmobiltelefonproduzent geworden ist. Die offizielle Firmenbezeichnung ist BenQ Mobile und hat ihren Sitz in der bayrischen Landeshauptstadt München. BenQ Mobile selbst beschäftigte weltweit nach der Übernahme 7.000 Mitarbeiter.

Übernahmemodalitäten

Die Übernahmevereinbarungen, die am 1. Oktober 2005 wirksam wurden, sahen vor, dass BenQ Mobile für 1,5 Jahre das Recht erhielt Handys unter dem bisherigen Namen “Siemens” zu vertreiben. Für 5 weitere Jahre, also bis zum 1. Oktober 2010 erhielt die Marke das Recht Handymodelle unter dem Namen “BenQ-Siemens” zu vertreiben. Spätestens ab 2010 mussten alle neuen Modelle unter dem Namen “BenQ Mobile” vertrieben werden.

Firmenentwicklung

Alle im Jahr 2006 erschienen Modelle firmieren unter der Bezeichnung “BenQ-Siemens.” Die finanziellen Verhältnisse bei BenQ Mobile standen von Anfang in der Kritik. Die Firma verkaufte zunächst den Produktionsstandort Aalborg in Dänemark an den Konkurrenten Motorola und kündigte die Schließung des Produktionsstandorts Ulm an.

Insolvenzverfahren

Doch diese Maßnahmen reichten nicht aus, um die Finanzstrukturen zu sanieren. Ende September 2006 teilte der BenQ Mutterkonzern mit, Zahlungen an die BenQ Mobile GmbH & Co OHG ab sofort einzustellen. Diese verfügte aber nur über ein Stammkapital von 25.000€, sodass einen Tag später, am 29. September 2006 beim Amtsgericht München Insolvenzantrag gestellt werden musste. Von der Insolvenz waren dreieinhalbtausend Mitarbeiter in Deutschland betroffen. Offizieller Grund sei das schlechte Weihnachtsgeschäft, gab die Konzernführung bekannt.

Die Insolvenz von BenQ Mobile löst große öffentliche Empörung aus und führte zu einem drastischen Rückgang der Verkaufszahlen von BenQ Handys in Deutschland.

Ebenso empört waren große Teile der Öffentlichkeit über die Tatsache, dass das geistige Eigentum (also die Entwicklungspatente) nicht der Insolvenzmasse zugeschlagen wurden, da deren Rechte weiterhin beim Mutterkonzern BenQ liegen, der fortan die Produktion in Asien betreiben wird.

Produkte

Die BenQ Mobile Handys E 71 und EL 71 sind noch vor der Firmenübernahme unter Siemensregie entwickelt worden und sollten ursprünglich auch mit Siemensnomenklatur als S 85 und SL 85 erscheinen. Das EL 71 ist dabei die Slider (Aufschieb-) Variante des E 71. Die Handys verfügen über eine neuartige Lackierung, die fingerabdruckabweisend sein soll. Sie verfügen beide über ein 262000 Farben Display mit einer QVGA-Auflösung von 240×320.

Das EF 91 ist ein kompaktes Aufklapphandy, das mit einer 3,2 Megapixelkamera ausgestattet ist. Es verfügte als erstes Handy der Welt über HSDPA (High Speed Downlink Packet Access), einem aus dem UMTS-Standard hervorgegangen Datenübertragungsmodus, der Downlinkraten von bis zu 14,4 MBit pro Sekunde zulassen soll. Damit wäre die Übertragung von Spielfilmen und Fernsehprogramm auf das Mobiltelefon möglich.

Weiterhin hat BenQ Mobile in Eigenregie das S 88 als Multimediamobiltelefon entwickelt. Es erinnert vom Design an vorherige Siemensmodelle und entspricht vom Funktionsumfang dem beliebten Konkurrenzmodell Sony W810 i. Es kann als MP3-Player, Videokamera und Kamera (2 Megapixel) verwendet werden und verfügt über ein Display mit 262.000 Farben.

Viele Kunden bemängeln, dass die allein von BenQ entwickelten Modelle EF 91 und S 88 eine Vielzahl von Softwarefehlern enthalten und generell instabiler laufen würden.

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